„Natürlich Leben“

Wegweiser aus der „NaturVerfassung“

Salzburg, im April 2019 - „soc“


Fortwährend verspüren wir Impulse zur Anpassung im Umgang mit unserem Umfeld. Also mit allen Mitmenschen, Lebewesen aller Art, der Erde sowie dem gesamten Universum, zusammengefasst mit der Natur.

Immer wieder stellen sich dabei die Fragen nach relevanten und vor allem nachhaltigen Lösungen.

Die Antworten finden wir für jede einzelne Situation, und für jedes Lebewesen gleichermaßen zugänglich, in der aufmerksamen Beobachtung der Natur.

Absolut jede Situation ergibt sich aus dem Zusammenspiel der jeweilig einwirkenden Gegebenheiten. Diese Gesamtheit erwirkt den Moment und jede, wenn auch nur  geringste, Veränderung fließt in die Wirkung der nächsten Momente ein.

„Natürlich“ umschreibt die ursprüngliche Art, im völligen Einklang mit allen vorherrschenden Gegebenheiten der Natur zu leben. Unser Handeln resultiert dann aus den jeweiligen Erkenntnissen des Moments.

Alles erfolgt im Fluss der inneren Autorität und dadurch in vollkommener Synergie mit allem was existiert.

Wegweiser erleichtern die Zugänge für ein intuitives Erfassen der natürlichen Gegebenheiten. Die Gesamtheit dieser Informationen erzeugt folglich die absolute Wahrheit.  Ein Zustand, der auf jede Existenz gleichermaßen einwirkt und sich in jedem Moment neu formiert.

 

WEGweiser

 

Der Zu-Fall bewirkt den mühelosen Weg!

Ein Leben voller Natürlichkeit, Absichtslosigkeit, frei von fixen Motiven und geschäftigem Streben und frei von Erwartung einer Belohnung.

Man lebt, ist offen für die Bewegungen des Daseins und empfängt alle Ereignisse mit freundlichem Gemüt.

Der Mensch der Natur trifft seine Entscheidungen spontan, zumal es keiner aktiven Entscheidung bedarf, weil klar ist, was zu tun ist. Die anstehenden Aktivitäten fallen ihm zu. Nie analysiert er eine Situation, er erfasst ihren ganzheitlichen Gehalt intuitiv, und aus diesen Erkenntnissen erwächst die Handlung. Auf diese Weise ist es dem kalkulierenden Verstand unmöglich, sich in Opposition zum Fluss der Natur zu stellen.

Wer im Fluss des Lebens verweilt, weiß, dass er den Herausforderungen des Lebens ohne Kampf bzw. Macht oder Anstrengung antworten darf. Auch braucht er sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wie die Dinge zu lösen sind. Würde er es tun, begegnet er den Dingen mit völlig unzulänglichen Mitteln.

 

Hellwach in der Wirklichkeit des Lebens!

In der Natur lebt der Mensch vollkommen in der Gegenwart. Wohl besitzt er sein Erinnerungsvermögen, aber er benutzt diese Erinnerungen nicht maßgeblich und schon gar nicht für eine Entscheidungsfindung. Er grübelt nicht an Problemen herum. Er denkt dann, wenn er es für sein aktuelles Handeln benötigt. Ansonsten lässt er Gedanken kommen und gehen, wie sie auftreten, ohne sich mit ihnen sonderlich zu befassen oder daran festzuhalten. Er gestattet ihnen nicht, dass sie sich bei ihm einnisten und wichtig machen.

Er ist wie der Herbstwind und die braunen Blätter, er berührt sie, aber nimmt sie nicht weit mit. Sie fallen vom Baum, werden wieder zu Erde, nähren damit den Baum und bilden somit den Kreislauf der ewigen Existenz. Baum und Blatt bleiben immer eins!

So verfährt der Mensch der Natur mit seinen Gedanken.

Er verzichtet nicht auf seine Gedanken, verweist sie jedoch an den Platz, wo sie ihm gerade passen. Anstelle der ewig geschwätzigen Gedanken ist Aufmerksamkeit getreten.

Er ist hellwach und entspannt, ihm entgeht keine kleinste Kleinigkeit, er beobachtet seinen Alltag mit all seinen Sinnen gleichzeitig.

Dort, wo zuvor noch sein reglementierter, konditionierter Verstand die Sinneseindrücke zensiert hat, erfährt er jetzt unmittelbar die Wirklichkeit ohne die verzerrenden und korrigierenden Einflüsse. All die Filter, wie Wissen – Erfahrungen – Überzeugungen – Regeln – Gesetze – Dogmen etc., erkennt er immer noch gut, jedoch verlieren sie ihre bisher übermächtige Kraft zunehmend.

Sein Weltbild ändert sich, wird von Moment zu Moment frischer und vor allem wirklicher. Der natürlich lebende Mensch empfindet die Dinge so, wie sie wahrlich sind!

 

Aufmerksam beobachten!

Es bedeutet ein Lebewesen, einen Gegenstand, oder eine Situation in seiner Gesamtheit und Wahrhaftigkeit zu erfassen, also so wie es wirklich ist. Ohne der Etikettierungen und Bewertungen. Dies beginnt meist bei der Namensgebung (das ist ein Baum) geht über die Bewertungen (er ist schön, alt, groß, etc.) bis hin zu all den Kommentaren (war ich schon oben, gibt es viele, könnte ihn brauchen, etc.). Erst wenn wir diese Vorgänge erledigt haben, oder eben bleiben lassen, beginnen wir wahrhaftig zu erfassen. Einfach beobachten und den Informationen, die sich unweigerlich einstellen, aufmerksam horchen. Die Natur zeigt sich dabei in erstaunlicher Art und Weise.

 

Der tägliche Weg ist es, der uns glücklich macht …. und nicht das Ziel!

Natürlich lebend kennt der Mensch keine Ungeduld. Überall, wo er sich befindet, ist er angekommen, ist er am richtigen Ort und Weg.

Er wartet  auf nichts.

Was geschieht, geschieht, dies nimmt er genauso wertschätzend an und erfreut sich der Dinge. So lebt er von einem Tag zum anderen. Er will nichts Besonderes werden, denn er ist ja immer schon.

Es gibt nichts, was er Besseres werden könnte, und er besitzt keinen Ehrgeiz nach Ehre oder Ruhm.

Ihm genügt sein natürliches Leben, sein Handeln nachdem was ihm wirklich gut tut. Auch weil er klar spürt, dass es dadurch unweigerlich auch der gesamten Umwelt gut tut!

 

Gefühle, Sehnsüchte und Emotionen dienen der freien Bewegung!

Der Mensch in der Natur versucht nicht seine eigenen Regungen, wie Gier - Neid - Eifersucht - Ehrgeiz - Angst und wie sie alle heißen mögen, zu bekämpfen.

Er akzeptiert und nimmt sie an, als etwas zu ihm gehörendes und identifiziert sie als etwas Vertrautes und Menschliches.

Er beobachtet sie sorgfältig und achtet darauf, wie er in der Gegenwart auf derartige Einflüsse von außen reagiert. Er hat dabei Erkenntnis über sich gesammelt, Einsicht gewonnen in die Tiefen seines Wesens.

Unter dieser friedvollen Aufmerksamkeit haben sich bei ihm Erfahrungen von innen heraus entwickelt. Wohl ist er nicht frei von Wünschen, aber er hängt nicht daran.

Er ist fähig sich materiellen Besitzes zu erfreuen, aber er besitzt nicht!

Frei von jeder Abhängigkeit eröffnet sich ein ungeahntes Potenzial und schafft tiefe Verbindungen.

Er kontrolliert sich nicht andauernd ob er die passende Geisteshaltung einnimmt, er kann sich sogar gehen lassen, völlig locker und frei leben und auch Emotionen zeigen.

Von keinem Menschen und von keiner Institution nimmt er zwingende Weisungen entgegen - nicht wie sein Innenleben, sein Charakter beschaffen sein soll oder wie er sich zu verhalten hat.

Er lebt nach seiner inneren Autorität, jedoch auch dieser ist er sich nicht zwingend bewusst.

Er denkt nicht nach über Moral und Gerechtigkeit, er weiß, er handelt im Einklang, wenn er gemäß den spontanen Impulsen handelt, die sich stets im rechten Moment einstellen.

Es folgt ein einfaches, gänzlich unkompliziertes Verhältnis zu all seinen Gefühlen.

Er akzeptiert sie und lässt ihnen ungehindert freien Lauf, ohne irgendwelche Versuche zu machen, Gefühle zu unterdrücken oder sich gar dafür zu schämen. Für ihn ist Freude Freude und Trauer ist Trauer. Gefühle existieren für ihn nicht als verbale Begriffe, er horcht nicht in sie hinein, was sich dort regt und stellt anschließend fest: >Aha, ich fühle<.

Für ihn sind auch Gefühle keine Gegensätze anderer Gefühle, also Hass das Gegenteil von Liebe, oder Freude das Gegenteil von Trauer. Für ihn ist Freude das, was es ist, und Trauer ebenso. Nichts ist das Gegenteil von etwas anderem, alles gehört zum großen Ganzen. Sowohl als auch!

Er erfährt Gefühle aus seinem Leben völlig frei und akzeptiert sie.

„Natürlich“ erlebt er diese Gefühle direkt und daher wahrlich.

Wer Gefühle pur wie auch frei erfährt, wird feststellen, dass ihnen eine andere Dimension zur Wahrnehmung der Wirklichkeit innewohnt!

Der natürliche Mensch ist aufgeschlossen für menschliche Kontakte, gibt sich ungezwungen, offen und frei. Er sagt seine Meinung, lässt aber auch die Ansichten anderer gelten, natürlich ohne sich selbst nach diesen richten zu müssen.

Er ist nicht rechthaberisch, vertritt aber klar seinen momentanen Standpunkt, ohne aggressiv zu sein oder andere überzeugen bzw. missionieren zu wollen.

Von Politik wie auch Geschäftigkeit samt ihrem Wirkungsfeld lässt er seine Finger. Jedoch beobachtet er das Weltgeschehen aufmerksam und übernimmt gegebenenfalls (intuitiv) Verantwortung.

Er wendet den Blick nicht ab von Bösartigem, Krieg und Völkermord, von Unfreiheit und Tyrannei. Er nimmt diese Dinge an, als Bestandteil seines Lebens und sucht sie zu ändern, indem er ihnen vollste Aufmerksamkeit widmet, also ohne sofort aktiv handeln zu müssen!

 

Leben passiert ausschließlich in der Gegenwart!

Der natürlich lebende Mensch hat "jetzt gerade" keine Sorgen. Die Vergangenheit ist vorbei, sie existiert nicht mehr und niemals kramt er in seinen Erinnerungen oder holt den alten Krempel hervor. Was er an schwerwiegenden Dingen getan hat, zu dem steht er natürlich, und identifiziert sich damit ohne Angst.

Und  damit hat es sich.

Er quält sich nicht andauernd und reibt sich mit Selbstvorwürfen auf oder gar nutzloser Reue. Er prahlt auch nicht mit seinen Erfolgen, seinem Wissen oder seiner Weisheit.

Probleme (Situationen) erkennt er im Ansatz und wendet ihnen sogleich, ohne zu zögern, seine vollste Aufmerksamkeit zu und erfasst sie gründlich, ohne sie zu bewerten oder zu kommentieren. Dann wendet er sich wieder dem Tagesgeschehen, der Gegenwart zu und vergisst die Probleme. Die durch ihn wirkende Intelligenz findet die Lösung weitaus effizienter und rascher als sein begrenzter Verstand. Auf diese Weise gelangen die Dinge in Bewegung und es ergeben sich Lösungen. Er tritt wieder in Aktion, wenn ein entsprechender Impuls ihm dies aufzeigt. Dann aber ohne Zögern und ohne Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns, und er macht es mit Freude sowie liebevoller Hingabe!

Ebenso weiß er, dass auch Zukunft einer Illusion unterliegt, die wiederum auf Erinnerungen aus der Vergangenheit gründet. Er kennt keine Depressionen, Neurosen oder psychosomatische Krankheiten. Mehr und mehr erschließt sich ihm sein Unterbewusstsein und zugleich auch das kosmische Überbewusstsein, also die ganzheitlichen Informationen der grenzenlosen sowie ewigen Verbundenheit.

Verdrängungen gelangen nicht mehr in dieses Feld. Denn was er erlebt, verarbeitet er direkt über die Sinne zum Tagesbewusstsein (Oberbewusstsein), ohne dass der Verstand Zugriff für Zensuren erlangt.

Darum ist er ausgeglichen, seine Stimmung ist voller Harmonie und ruhig.

Da er gelernt hat, sich an nichts, wirklich rein gar nichts zu binden, und von allem losgelassen hat, wohnt in ihm eine vollkommene Gelassenheit. Nie wird er deshalb auf Ungewohntes, Unerwartetes gereizt reagieren. Er ist fähig jede Situation im Augenblick ehrlich zu erfassen, so wie sie sich ihm bietet. Er versucht nicht an den Freuden des Lebens festzuhalten, er hängt ihnen nicht nach und versäumt dadurch auch nicht, was gegenwärtig passiert. Der Naturmensch lebt in der Gegenwart!

 

Erfolg, Macht und Weisheit gehen Hand in Hand!

Natürlich lebend strebt der Mensch nicht nach Einfluss in der Gesellschaft und hat keine Neigung, dort eine besondere Rolle zu spielen. Hat er Erfolg – und das hat er immer – dann steigt ihm dieser nicht in den Kopf.

Er lebt seine Natürlichkeit voller Demut, weil er erkannt hat, dass sein Schicksal gelenkt wird, wohl von seinem freien Willen orientiert, dennoch von unendlich weiser Einflüsse geführt.

Sollte er Aufgaben in der Öffentlichkeit übernehmen oder in einer Führungsposition agieren, verliert er nie aus dem Auge, dass er selber einer unter vielen ist, und seinen Mitmenschen gleich, voller Sehnsucht, Zuneigung und Menschlichkeit. Nach diesen Gegebenheiten handelt er.

Profit bedeutet ihm nichts. Er strebt weder nach Gewinn noch nach Reichtum, denn er weiß, dass dieses Streben ihn unfrei machen würde. Vor allem frei von Erwartungen fließen ihm die rechten Dinge des Lebens zu, eben gerade weil er sie gewaltfrei empfängt.

 

Arbeit ist Vergnügen … wie alles, was ehrlich gelebt wird!

Der Mensch der Natur ist fleißig, aber in ihm wohnt keine Arbeitswut. Er benutzt die Arbeit ebenso wenig als Fluchtweg, wie er sich in andere Aktivitäten stürzt, um damit etwas zu kompensieren.

Er arbeitet um des Vergnügens der Arbeit willen, nicht, um sie so schnell als möglich fertig zu bringen. Er liebt das was er macht und lässt sich nicht unter Leistungsdruck setzen. Und doch, oder gerade deshalb, ist er effizienter als viele, die unter höchstem Energieeinsatz streben.

Gerade weil er so frei und ungebunden seinem Tun nachgeht, um des Tuns und nicht wegen des Resultates willen, gelingen ihm die Dinge meist mühelos und effektiv.

Er ist absolut schöpferisch.

Seine Kreativität ist nicht beschränkt auf eine einzelne Kunstfertigkeit, wiewohl er seine ganz persönliche Kerngenialität klar spürt, sie durchströmt sein ganzes Dasein und ist in allen Dingen sichtbar, die er anfasst. Er ist sich dieser Kreativität nicht bewusst, sie ist irgendwann, eines schönen Tages in sein Leben eingezogen, und seitdem wirkt sie.

Er ist nicht genusssüchtig, jedoch voller Lebensfreude der jeweiligen Schönheit.

Wenn er genießt, lebt er im vollen Genuss.

Wenn er genossen hat, ist der Genuss für ihn vorbei, weder in Gedanken noch Wünschen hängt er dem bereits erfolgten Vergnügen nach.

Er schreitet weiter, bis ihm ein anderer Anlass zum Genießen begegnet. Er selbst sucht diese Anlässe jedoch nicht, sie bestimmen auch nicht seinen Lebensablauf.

Für ihn gibt es keinen Grund, sich hinter Gewohnheiten zu verstecken, die ihm vermeintlichen Lustgewinn bringen und ihm von der Gegenwart ablenken.

Er stellt sich dem Leben mit Freude und benötigt solche Ablenkungen nicht. Wenn er sie dennoch annimmt, dann, weil schöne und erfreuliche Dinge bei ihm einfach auch mit zum Erleben des Alltags gehören.

 

Natürlich Mensch sein … natürlich Leben!

Der naturbelassene Mensch lebt ein Leben ohne Probleme. Es erfüllt sich ausschließlich in der Gegenwart. Er orientiert sich an keinen Institutionen oder Religionen. Er lässt jeden sein, wie er ist. Er selbst hält sich aus aller Verwirrung heraus.

Er bleibt frei und ungebunden.

Von sich aus drängt er niemandem seine Meinung auf, versucht nicht, andere von seiner Lebensweise zu bekehren. Zwangsläufig wird er Vorbild. Man bemerkt seine Gelassenheit, den Frieden, den er ausstrahlt, seine Vitalität und seinen Lebensgeist, der mühelos in seinem Leben wirkt. Wer ihn aufrichtig nach seinem Geheimnis fragt, wird rückhaltlos Auskunft erhalten. Er gewährt Zugang zu all den Anleitungen, die zu seiner Wandlung beigetragen haben. Aber er will kein Guru, kein Führer sein, weil er weiß, dass jeder Mensch den Schritt zu sich selbst tun soll und auch wird.

Ein anderer ist bestenfalls ein liebevoller Wegweiser – Wegbegleiter, sind doch beide „Eins“!


All die vorstehend typischen Lebensweisen sind Wegweiser von natürlich lebenden Menschen und dienen zur Orientierung, nicht als fixe Vorgaben. Würde auch wenig Sinn machen, da all die Impulse ausschließlich individuell in der jeweiligen Situation entstehen … jeden Moment neu!

 

Das ist die Challenge des Lebens am Spielfeld der Natur.  soc